Mantren 17 Kosmische Wesen bezeugen Farbenbogen

Der Hüter:

Sieh' des Äther-FarbenbogensLichtgewalt'ges Rund,Lass' durch deiner AugenLichterschaffene KraftDein Ich den Kreis durchdringen,Und dann schau von jenseit'ger WarteFarbenflutend die Weltenschale.

Angeloi, Archangeloi, Archai:

Empfind' unsrer GedankenFarbenatmend LebenIn der Schale Lichtesfluten;Wir tragen SinnenscheinIn Geistes-WesensreicheUnd wenden weltdurchdrungenUns höhern Geistern dienend zu.

Exusiai, Dynamis, Kyriotetes:

Euer EmpfangenesAus totem Sinnenschein Belebtes:Wir wecken es im Sein;Wir schenken es den Strahlen,Die des Stoffes NichtigkeitIn des Geistes WesenheitLiebewebend offenbaren.

Throne, Cherubine, Seraphine:

In deinen WillensweltenFühl' unser Weltenwirken;Geist erglänzt im Stoffe,Wenn wir denkend schaffen;Geist erschafft im Stoffe,Wenn wir wollend leben;Welt ist Ich-wollend Geistes-Wort.

Hinweis zu 17.1

Das Regenbogen-Mantram – Sieh' des Äther-Farbenbogens

Der Hüter weist an, mit der Kraft der Augen durch den Regenbogen zu dringen und ihn von jenseitiger Warte als farbenflutende Weltenschale zu schauen. Die drei Hierarchien atmen die Farben, tragen den Sinnenschein opfernd hinauf, bis es tönt: Welt ist Ich-wollend Geistes-Wort.

Das gewichtige vierstrophige Mantram der Siebzehnten Stunde, gerahmt vom Weltenwort. Erste Strophe (der Hüter): ‹Sieh' des Äther-Farbenbogens / Lichtgewalt'ges Rund … Und dann schau von jenseit'ger Warte / Farbenflutend die Weltenschale.› Man dringt mit der lichterschaffenen Kraft der Augen durch den Bogen und sieht ihn von der anderen Seite als halbhimmelgrosse Schale. Zweite Strophe (Angeloi/Archangeloi/Archai): sie atmen die Farben, tragen den Sinnenschein in die Geistes-Wesensreiche und wenden sich dienend höheren Geistern zu. Dritte Strophe (Exusiai/Dynamis/Kyriotetes): sie wecken das Empfangene im Sein und schenken es den Strahlen, die des Stoffes Nichtigkeit liebewebend in Geistes-Wesenheit offenbaren. Vierte Strophe (Throne/Cherubine/Seraphine): ‹In deinen Willenswelten / Fühl' unser Weltenwirken … Welt ist Ich-wollend Geistes-Wort.› Die vier Strophen sind zusätzlich als eigener Abschnitt ‹Tafeltexte der Siebzehnten Stunde› überliefert.

  • Die Siebzehnte Stunde eröffnet die Gruppe ‹Kosmische Wesen bezeugen›. Nach dem Rückblick auf das Feuer-Mantram und das Geheimgespräch der Sechzehnten Stunde wird aus dem nur gefühlten Licht ein vom Geistesauge geschautes Licht – aber nur, indem der Hüter ein neues Mahnwort spricht, das auf eine mächtige Weltenimagination weist: den Regenbogen. Im Sinnesleben kann man empfinden, wie durch des Regenbogens Farbenschein die Geister von jenseits des physischen Sinnenscheins hereinleuchten.
  • Die erste Strophe ist die Anweisung des Hüters: mit der lichterschaffenen Kraft der Augen das Ich durch den Kreis dringen zu lassen und von jenseitiger Warte zurückzuschauen. Aus dem flächigen Bogen wird so die halbhimmelgrosse Weltenschale, in der die Farben flutend ineinander weben. Die Wandtafel der Stunde zeigt genau dies: oben die kleine Skizze mit der Beschriftung ‹Warte› und dem Pfeil durch den Bogen, darunter den grossen farbenflutenden Bogen.
  • Die folgenden drei Strophen bilden einen aufsteigenden Opfer-Chor. Die dritte Hierarchie (Angeloi, Archangeloi, Archai) – die dienenden Geister – atmet die Farben, verwandelt die toten Erdengedanken in lebendige und trägt sie wie in einem gewaltigen Opfer vor die zweite Hierarchie. Exusiai, Dynamis, Kyriotetes wecken das Empfangene im Sein und schenken es den Strahlen, denen sie die schaffende Liebe einverleiben. Throne, Cherubine, Seraphine machen daraus die Elemente neuer Welten.
  • Bemerkenswert ist der Wechsel der Sprechrichtung: zuerst tönen Angeloi/Archangeloi/Archai, dann wird man Zeuge eines Himmelsgesprächs zwischen zweiter und dritter Hierarchie (das man nur mithört), dann mischt sich die erste Hierarchie ein – und der ganze Chor der Geistessphären ist zuletzt wieder an den Menschen gerichtet: ‹Welt ist Ich-wollend Geistes-Wort.› Damit wandelt sich das milde Licht in volle Geisteshelle. Anschliessend drückt der Hüter dem Menschen sinnbildlich die Geistaugen zu, und es steigt das Christus-Gegenwort auf – das Steiner hier ausdrücklich noch nicht zu den Mantren rechnet, sondern auf die nächste Stunde aufschiebt.

Welt ist Ich-wollend Geistes-Wort.

GA 270b, Siebzehnte Stunde (5.7.1924), S. 167
GA 270i, Tafel zur Siebzehnten Stunde (5.7.1924)
Siebzehnte Stunde · Dornach · 1924-07-05 · GA 270b, S. 159–168 Wiederholung in Stunde 168; Tafeltexte S. 171–173

Vier Strophen: Hüter – Angeloi/Archangeloi/Archai – Exusiai/Dynamis/Kyriotetes – Throne/Cherubine/Seraphine. Die vier Strophen sind zusätzlich als eigener Abschnitt ‹Tafeltexte der Siebzehnten Stunde› überliefert.

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