Mantren 13 Zusammenleben mit Hierarchien Felder

Aus dem Weltenall, dem Bereich der ersten Hierarchie: Vernimm des Willens Feld:

Hüter:

Es spricht, der die Weltenkräfte, die dumpfenAus den Erden-Untergründen, den finstrenIn deiner Glieder Regsamkeiten lenket:

Hinweis zu 13.1

Drittes Mantram – Vernimm des Willens Feld (erste Hierarchie)

‹Vernimm des Willens Feld›. Es sprechen Throne, Cherubine, Seraphine: Blick' auf deiner Triebe Feuer-Wesen – auf des Gewissens Seelen-Führung – auf deines Schicksales Geistes-Prüfung.

Das dritte und gewichtigste der drei Hierarchien-Mantren, das die Trias der Zwölften und Dreizehnten Stunde abschliesst. Es führt durch die erste Hierarchie: Throne (‹Blick' auf deiner Triebe Feuer-Wesen› – die dumpfen Weltenkräfte aus den Erden-Untergründen, die die Glieder regsam machen), Cherubine (‹Blick' auf des Gewissens Seelen-Führung› – die Stimme des Gewissens ist von hohem Ursprung, sie lebt in der Welt der Cherubine und kreist mit den hellen Geistesstrahlen im Blute), Seraphine (‹Blick' auf deines Schicksales Geistes-Prüfung› – das Schicksal, das von Erdenleben zu Erdenleben hereinwirkt, im Atem). Zur Vorbereitung das Wort-Aufsteigen ‹Sitze, Blitze, Hitze› und das Symbolum Wolken–Throne / Blitze–Cherubine / Weltenhitze–Seraphine.

  • Das Feld des Wollens beherrscht den Menschen am kräftigsten und wird doch am wenigsten bewusst durchlebt. Steiner zeigt am Gehen, dass es ein ganz übersinnlicher Vorgang ist: wir gehen mit den Kräften der Ich-Organisation in den unsichtbaren Schwerkräften der Erde, die physischen Beine geben nur das Bewusstsein davon. Im Schlaf treten dafür die Throne ein.
  • Die Cherubine-Strophe enthält eine zentrale Entdeckung: die Stimme des Gewissens ist nicht trivial, sie ist von hohem Ursprung, lebt in der Welt der Cherubine und webt sich ins Menschenwesen herein; die Blitze sind die feurigen Schwerter, die Werkzeuge der Cherubine. Die Begegnung mit der Welt, in der das Gewissen west, ist die grösste persönliche Entdeckung, die der Mensch machen kann.
  • Steiner gibt ein dreistufiges Symbolum, das die Offenbarungsweise der ersten Hierarchie ausdrückt: die Throne offenbaren sich durch ihr Wesen (sie weben in den Wolken selbst), die Cherubine nur durch ihre Werkzeuge (die Blitze), die Seraphine nur durch den ausstrahlenden Schein (die Weltenhitze). Das Vorbereitungswort ‹Sitze, Blitze, Hitze› lässt im dreifachen ‹i› das Aufsteigen fühlen. Die Wandtafel der Stunde zeigt genau dieses Symbolum.

Blick' auf des Gewissens Seelen-Führung.

GA 270b, Dreizehnte Stunde (17.5.1924), S. 80
GA 270i, Tafel zur Dreizehnten Stunde (17.5.1924)
Dreizehnte Stunde · Dornach · 1924-05-17 · GA 270b, S. 79–86 Wiederholung in Stunde 83, 86

Vorbereitungswort ‹Sitze, Blitze, Hitze›; Symbolum Wolken–Throne–Wesen / Blitze–Cherubine–Werkzeuge / Weltenhitze–Seraphine–Schein.

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Throne:

Blick' auf deiner Triebe Feuer-Wesen.

Hinweis zu 13.2

Das Hüter-Wort – Erkenne erst den ernsten Hüter

Aus denselben Weltentiefen wie das Weltenwort klingt die Mahnung: Erkenne erst den ernsten Hüter, der vor des Geisterlandes Pforten steht und Sinnenkraft und Verstandesmacht den Einlass verwehrt.

Nach der Hierarchien-Trias und der Schilderung des Meditanten-Ernstes klingt aus denselben Weltentiefen, aus denen das Weltenwort kam, das Hüter-Wort. Erkennen ist eine ernste Sache; die Welt der Maja liefert es nicht. Der Hüter steht vor des Geisterlandes Pforten und verwehrt der Sinnenkraft und der Verstandesmacht den Einlass, weil der Mensch im Sinnesweben und Gedankenbilden aus Raumeswesenlosigkeit und Zeiten-Truggewalten die Wahrheit des eigenen Wesens erst kraftvoll erobern muss. Dem antwortet andächtig das Christus-Gegenwort.

  • Das Hüter-Wort steht am Übergang der Dreizehnten Stunde vom mantrischen Hauptteil zum Schluss. Es ist eng mit dem Weltenwort verbunden: beide klingen aus denselben Weltentiefen, das Weltenwort als Frage, das Hüter-Wort als ernste Mahnung.
  • Inhaltlich verwehrt der Hüter bewusst den Einlass – nicht aus Strenge, sondern weil Sinnenkraft und Verstand allein an der Schwelle nichts ausrichten. Die Truggestalten der gewöhnlichen Sinneswirklichkeit verschwinden erst dort.
  • Die Wahrheit des eigenen Wesens muss ‹kraftvoll erst erobert› werden – das ist die Bedingung für den Eintritt. Erst auf diese Mahnung kann das Christus-Gegenwort aus den Tiefen der Seele antworten.

Der vor des Geisterlandes Pforten steht …

GA 270b, Dreizehnte Stunde (17.5.1924), S. 89
Varianten und Fassungen

Dieses Hüter-Wort wurde auch in der Berner Stunde (GA 270c, 17.4.1924) gegeben – einer isolierten Einzelstunde mit der Schilderung der Mysteriengrade.

  • GA 270c, Berner Stunde (17.4.1924) – Frühe, ausserhalb Dornachs gehaltene Fassung (Bern, vor den Dornacher Stunden). Wortgleich zur App-Fassung; eingebettet in die Schilderung der alten Mysteriengrade und der Dreiheit jenseits der Schwelle (Sonne zwischen Denken und Fühlen, Mond zwischen Fühlen und Wollen).

    Erkenne erst den ernsten Hüter, / Der vor des Geisterlandes Pforten steht, / Den Einlaß deiner Sinnenkraft / Und deines Verstandes Macht verwehrend …

    GA 270c, S. 216
Dreizehnte Stunde · Dornach · 1924-05-17 · GA 270b, S. 89 Wiederholung in Stunde —

Klingt aus denselben Weltentiefen wie das Weltenwort; ihm antwortet das Christus-Gegenwort.

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Hüter:

Es spricht, der die Geistesstrahlen, die hellenAus Gottes-Wirkensfeldern, gnadevollIn deinem Blute kreisen lässt:

Hinweis zu 13.3

Das Christus-Gegenwort – Ich trat in diese Sinnes-Welt

Ich trat in diese Sinnes-Welt, des Denkens Erbe mit mir führend; ich will des Christus Wesen fühlen – es weckt in Stoffes-Sterben Geist-Geburt; im Geiste finde ich so die Welt.

Die andächtige Antwort der Seele auf das Hüter-Wort und zugleich der gedankliche Höhepunkt der Dreizehnten Stunde. Die Seele bekennt: Sie trat in die Sinnes-Welt, das Erbe des Denkens mit sich führend, von eines Gottes Kraft hereingeführt; der Tod steht am Ende des Weges. Die Wende: ‹Ich will des Christus Wesen fühlen. Es weckt in Stoffes-Sterben Geist-Geburt.› So findet die Seele im Geiste die Welt und erkennt sich im Weltenwerden. Eines der wenigen Klassen-Mantren, die das Christus-Wesen ausdrücklich nennen.

  • Das Gegenwort schliesst die innere Bewegung der Dreizehnten Stunde: auf die ernste Mahnung des Hüters antwortet die Seele nicht mit Furcht, sondern mit einem Bekenntnis ihres Weges.
  • Der Bogen reicht von der Herkunft (‹Eines Gottes Kraft hat mich hereingeführt›) über den Tod am Wegesende zur entscheidenden Wende im Christus-Wesen, das im Sterben des Stofflichen die Geist-Geburt weckt.
  • Der Schluss – ‹Im Geiste find' ich so die Welt / Und erkenne mich im Weltenwerden› – beantwortet die Frage des Weltenworts (‹O Mensch, erkenne dich selbst!›) positiv: Selbsterkenntnis vollendet sich als Erkennen im Weltenwerden.

Es weckt in Stoffes-Sterben Geist-Geburt.

GA 270b, Dreizehnte Stunde (17.5.1924), S. 90
Dreizehnte Stunde · Dornach · 1924-05-17 · GA 270b, S. 90 Wiederholung in Stunde —

Antwort auf das Hüter-Wort; eines der wenigen Mantren, die das Christus-Wesen ausdrücklich nennen.

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Cherubine:

Blick' auf des Gewissens Seelen-Führung.

Hüter:

Es spricht, der das Menschensein, das vollbrachteDurch Tode und Geburten, sinngerechtZum Atmen bringt in gegenwärt'ger Zeit:

Seraphine:

Blick' auf deines Schicksales Geistes-Prüfung.

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