Mantren 14.1 Zusammenleben mit Hierarchien Wo ist

Hüter:

Wo ist der Erde Festigkeit,die dich stützte?

Die Seele antwortet in dreifacher Weise – von Christus, Luzifer und Ahriman inspiriert:

Christus:

Ich verlasse ihren Grund,so lang der Geist mich trägt.

Luzifer:

Ich fühle wonnig,dass ich fortan der Stütze nicht bedarf.

Ahriman:

Ich will durch Geistes Kraftfester noch sie hämmern.

Hinweis zu 14.1

Das Schwellengespräch – Erde, Wasser, Luft, Feuer

Der Hüter fragt viermal – Erde, Wasser, Luft, Feuer –, wo deren Kraft geblieben ist. Das Herz antwortet dreifach: von Christus angeregt mit dem bescheidenen ‹so lang der Geist mich trägt›, von Luzifer in wonnigem Hochmut, von Ahriman im Verfestigen-Wollen.

Das grosse Vierfach-Mantram der Vierzehnten Stunde. Jenseits der Schwelle hört die Trennung der Elemente auf; der Hüter fragt für jedes Element, wo seine Kraft geblieben ist: ‹Wo ist der Erde Festigkeit … des Wassers Bildekraft … der Lüfte Reizgewalt … des Feuers Reinigung?› Auf jede Frage kann das Herz dreifach antworten – angeregt von Christus (mit dem bescheidenen ‹so lang der Geist mich trägt/formt/um mich besteht/mich zündet›), von Luzifer (in wonnigem, ewigkeit-setzendem Hochmut) oder von Ahriman (das Element verfestigend, um es ins Geistgebiet hinüberzutragen). Die Selbstbezeichnung steigt auf: Ich – Mein Leben – Meine Seele – Mein Ich; das gereinigte ‹Mein Ich› ist die Sprache der länger Verstorbenen.

  • Die Vierzehnte Stunde stellt die Situation vor dem Hüter ganz lebendig vor die Seele. Vor dem Reich der Erkenntnis liegt ein Abgrund; nur wer sich vom Physischen befreit, kann ihn übersetzen. Jenseits hört die Trennung von Erde, Wasser, Luft, Feuer auf – ihre Eigenschaften wirken nicht mehr, und dem muss man die richtige Stimmung entgegenbringen.
  • Steiner schildert die zwei Gefahren: die luziferische (sich in das Losgelöstsein verlieben, als verworrener Schwärmer zurückkehren) und die ahrimanische (die verfestete, materialistische Seelenverfassung hinübertragen, dort in Ohnmacht fallen, Werkzeug ahrimanischer Mächte werden) – mit dem ernsten Hinweis auf das getrübte Bewusstsein einiger am Weltkrieg Beteiligter.
  • Der mantrische Aufbau ist exakt: Beim Erdenelement spricht das egozentrische ‹Ich›, beim Wasser das objektivere ‹Mein Leben›, bei der Luft ‹Meine Seele›, beim Feuer ‹Mein Ich› – wie von einem Gegenstande, die Sprache der länger Verstorbenen, die das Ich mit dem Auge der Götter ansehen. Man soll sich meditativ alle drei Antworten vorführen, um in freier Wahl die Christus-Antwort zu ergreifen; das bescheidene ‹so lang› unterscheidet sie von Luzifers Ewigkeitsanspruch. Die Wandtafel der Stunde (Kohlensäure–Kieselsäure-Strömung) gehört zur Luft-Strophe und dient als Meditationshilfe.

Ich verlasse ihren Grund, so lang der Geist mich trägt.

GA 270b, Vierzehnte Stunde (31.5.1924), S. 100
GA 270i, Tafel zur Vierzehnten Stunde (31.5.1924)
Vierzehnte Stunde · Dornach · 1924-05-31 · GA 270b, S. 100–111 Wiederholung in Stunde 111

Aufstieg der Selbstbezeichnung: Ich – Mein Leben – Meine Seele – Mein Ich. Die Christus-Antwort enthält stets das bescheidene ‹so lang›.

Zur Vortragsstelle →

Lädt …