Mantren Fünfte Wiederholungsstunde Dornach · 1924-09-15 · GA 270c, S. 95–117

Fünfte Wiederholungsstunde

Dornach · · GA 270c, S. 95–117

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Einleitung

Meine lieben Schwestern und Brüder! Auch heute können die einleitenden Verpflichtungen nicht wiederholt werden; sie sind den neuen Mitgliedern von denen mitzuteilen, die ihnen die Sprüche übergeben. Wir beginnen wiederum, indem wir das
Weltenwort Das schöpferische Wort, das aus dem Weltenall an den Menschen herantönt. Eröffnet jede Klassenstunde mit ‹O Mensch, erkenne dich selbst!›
mehr Anders als das Menschenwort, in dem Menschendenken spricht, spricht im Geistes-Weltenwort das Weltendenken. Die Seraphine sprechen es als Feuersprache, ‹flammende Stimme›. GA 270b, Sechzehnte Stunde.
in die Seele einschreiben, das aus allen Reichen der Natur und den
Hierarchien Neun geistige Wesensordnungen, in drei Gruppen zu je drei. In den Mantren antworten sie auf die Fragen des Hüters.
mehr Erste Hierarchie (höchste, der Erde am fernsten): Throne, Cherubine, Seraphine. Zweite: Kyriotetes, Dynamis, Exusiai. Dritte (dem Menschen nächste): Archai, Archangeloi, Angeloi. Im Mantram zum Wärmeelement antworten sie chormäßig in Quer-Verbindungen — Angeloi-Exusiai-Throne als ein Chor. GA 270b, Dreizehnte Stunde.
der Welt entgegentönt.
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Das Weltenwort – ‹O Mensch, erkenne dich selbst!›

O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das Weltenwort.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig.
Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich?
Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom?
Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrom.
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Rückblick – das tote Denken, der mittlere Weg (Christus-Weg)

Der
Hüter Geistige Wesenheit, die am Übergang von der Sinneswelt in die geistige Welt steht. Sie stellt prüfende Fragen — die Mantren der Klasse sind oft Frage des Hüters und Antwort der Hierarchien.
mehr Der Hüter ist nicht Hindernis, sondern Mahnender. Er macht den Menschen darauf aufmerksam, daß er, will er die Schwelle übertreten, sein Denken, Fühlen und Wollen verwandeln muß. In den Mantren tritt er sprechend auf: ‹Der Hüter spricht …› — und es antworten Angeloi, Exusiai, Throne und so weiter. In späteren Stunden ‹spricht der Hüter aus der Ferne›, weil der Schüler an ihm vorbeigeschritten ist. GA 270b, Dreizehnte Stunde: ‹Der Hüter der Schwelle stellt die prüfend-mahnende Frage an uns. Die Hierarchien antworten.›
hat klargemacht, dass die äussere Welt nie unser eigenes Wesen enthüllt; er zeigte die Tierformen von Wollen, Fühlen, Denken, richtete uns dann auf und lehrte, dass unser Denken der Leichnam des lebendigen, vorgeburtlichen Denkens ist – der Leib sein Sarg. Erst wer die Totheit des Denkens erfasst, erkennt seine Realität. Der Hüter weist uns zwischen Licht und Finsternis (Denken), Warm und Kalt (Fühlen), Leben und Tod (Wollen) auf den mittleren Weg – den Christus-Weg, der seit uralten Mysterienzeiten beschrieben ist.
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Bescheidenheit – Eintritt in Erde, Wasser, Luft

Der Hüter mahnt zur Bescheidenheit: Das Fliegen des Denkens ist der geistigen Welt vorbehalten; in der Erdenumgebung muss man ‹ein Mensch unter Menschen› bleiben. Dann lehrt er, wie wir in die Elemente eintreten: ins Erden-Wesenhafte als Denker (das Denken zeigt sich als eigene Tierheit; Furcht muss sich in Seelen-Mut wandeln); ins Wasserwesen als Fühlender (dumpfes Pflanzendasein; Lahmheit des Selbst muss zum Wachen führen); ins Lüftewehen mit dem Wollen (kalterstarrter Stein; der Kälte-Tod muss dem Geistesfeuer weichen).
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Wiederholung – ‹Du steigst ins Erden-Wesenhafte …› (vgl. Sechste Stunde, App 6.1–6.3)

Du steigst ins Erden-Wesenhafte
Mit deines Willens Kraftentfaltung;
Betritt als Denker du das Erdensein,
Es wird Gedankenmacht dir dich
Als deine eigne Tierheit zeigen;
Die Furcht vor deinem Selbst
Muß dir in Seelen-Mut sich wandeln.
* * *
Du lebest mit dem Wasserwesen
Nur durch des Fühlens Traumesweben;
Durchdring erwachend Wassersein,
Es wird die Seele sich in dir
Als dumpfes Pflanzendasein geben;
Und Lahmheit deines Selbst
Muß dich zum Wachen führen.
* * *
Du sinnest in dem Lüftewehen
Nur in Gedächtnis-Bilderformen;
Ergreife wollend Lüftewesen,
Es wird die eigne Seele dich
Als kalterstarrter Stein bedrohn;
Doch deiner Selbstheit Kälte-Tod,
Er muß dem Geistesfeuer weichen.
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Lichtesschein, Weltgestalten, Weltenleben – die Rettung der Seele

Dann ermahnt der Hüter mit Blick auf die äussere Welt: Wir halten nur den
Schein Die Welt der Sinne, sofern sie als das Eigentliche genommen wird. Der Weg der Klasse geht aus dem ‹Reich der Illusion, im Reiche der Maja› hinüber.
mehr GA 270b, Sechzehnte Stunde.
des Lichtes in Gedanken fest – wenn Lichtesschein sich selbst denkt, entsteht Selbstheitwahn; ‹Besinnung auf die Erdennöte› erhält uns das Menschensein. Wir halten nur das Weltgestalten in Gefühlen fest – sonst erstickt ohnmächtiges Geist-Erleben das Selbstheitsein; ‹Liebe zu den Erdenwerten› rettet die Menschenseele. Wir halten nur das Weltenleben im Wollen fest – sonst tötet vernichtende Geistes-Lust das Selbst-Erleben; ‹geist-ergebenes Erdenwollen› lässt den Gott im Menschen walten. Die Steigerung: Lichtes-Scheines-Macht / Weltgestalten / Weltenleben – Gedanken / Gefühle / Wollen – Menschensein erhalten / Menschenseele retten / waltenden Gott empfangen.
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Wiederholung – ‹Du hältst von Lichtes-Scheines-Macht …› (vgl. Sechste Stunde, App 6.4–6.6)

Du hältst von Lichtes-Scheines-Macht
Gedanken nur im Innern fest;
Wenn Lichtesschein in dir sich selber denkt,
So wird unwahres Geisteswesen
In dir als Selbstheitwahn erstehn;
Besinnung auf die Erdennöte
Wird dich im Menschensein erhalten.
* * *
Du hältst vom Weltgestalten
Gefühle nur im Innern fest;
Wenn Weltenform in dir sich selber fühlt,
So wird ohnmächtig Geist-Erleben
In dir das Selbstheitsein ersticken;
Doch Liebe zu den Erdenwerten
Wird dir die Menschenseele retten.
* * *
Du hältst vom Weltenleben
Das Wollen nur im Innern fest;
Wenn Weltenleben dich voll erfaßt,
So wird vernichtend Geistes-Lust
In dir das Selbst-Erleben töten;
Doch Erdenwollen geist-ergeben,
Es läßt den Gott im Menschen walten.
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Schlusswiederholung – Das Weltenwort

O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das Weltenwort.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig.
Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich?
Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom?
Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrom.
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Michael-Zeichen und Siegelgesten zum Schluss

Zum Schluss erneut das Weltenwort, dann – im Zeichen Michaels und mit dem Symbolum des Rosenkreuzes – ‹Ex deo nascimur / In Christo morimur / Per spiritum sanctum reviviscimus› mit den drei
Siegelgesten Drei Gebärden, die zum Michael-Zeichen gehören: ‹Ich verbinde mich dem Geiste / Ich liebe den Sohn / Ich bewundere den Vater›.
mehr GA 270c, Erste Wiederholungsstunde.
und ‹Ich bewundere den Vater / Ich liebe den Sohn / Ich verbinde mich dem Geiste›. Die Sprüche sind nur für rechtmässige Mitglieder (blaues Zertifikat); Weitergabe bedarf der mündlichen Erlaubnis (Frau Dr. Wegman oder Rudolf Steiner), niemals brieflich; unrechtmässig weitergegebene Sprüche verlieren für alle ihre Wirksamkeit.

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