Mantren Notizen von der Zweiten Londoner Stunde London · 1924-08-27 · GA 270c, S. 229–241

Notizen von der Zweiten Londoner Stunde

London · · GA 270c, S. 229–241

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Vorbemerkung – bruchstückhafte Notizen (George Adams)

Notizen von der Zweiten Londoner Stunde (27. August 1924), aufgezeichnet von George Adams; das
Stenogramm Mitschrift der Stunden in Kurzschrift. Maßgeblich für die Dornacher Stunden ist Helene Finckh, für die Breslauer Stunden Lilly Kolisko.
mehr Frau Finckh schrieb die an die Tafel geschriebenen Texte in voller Langschrift mit, das Gesprochene stenographisch — daraus ergibt sich die Unterscheidung zwischen Tafeltext und Vortragstext, die das ganze editorische Bild prägt. GA 270a, Hinweise.
ist bruchstückhaft (im Text durch Auslassungen kenntlich). Es sollen wie in der letzten Stunde die Worte gesprochen werden, die als ewige Mahnung zur
Selbsterkenntnis Der Ausgangspunkt der Klasse, gefaßt im Wort ‹O Mensch, erkenne dich selbst!› — kein Brüten ins Innere, sondern ‹ausführliches Gespräch mit Welt, Hüter und Hierarchien›.
mehr GA 270b, Zwölfte Stunde.
an den Menschen herantönen.
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Das Weltenwort – ‹O Mensch, erkenne dich selbst!›

O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das
Weltenwort Das schöpferische Wort, das aus dem Weltenall an den Menschen herantönt. Eröffnet jede Klassenstunde mit ‹O Mensch, erkenne dich selbst!›
mehr Anders als das Menschenwort, in dem Menschendenken spricht, spricht im Geistes-Weltenwort das Weltendenken. Die Seraphine sprechen es als Feuersprache, ‹flammende Stimme›. GA 270b, Sechzehnte Stunde.
.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig.
Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich?
Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom?
Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrom.
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Tiefen und Höhen – Egoismus überwinden, Finger der Gottheit

Die erste, erschütternde Mahnung des Hüters zeigt Wollen, Fühlen und Denken in den drei tierischen Imaginationen. Es gibt keinen wahren Weg der Selbsterkenntnis ohne den Mut zu den Tiefen wie zu den Höhen. Der Mensch muss aufhören, sich vom Kosmos abgesondert zu fühlen; im Traum-Alleinsein wurzelt der Egoismus, der zu überwinden ist. Der
Hüter Geistige Wesenheit, die am Übergang von der Sinneswelt in die geistige Welt steht. Sie stellt prüfende Fragen — die Mantren der Klasse sind oft Frage des Hüters und Antwort der Hierarchien.
mehr Der Hüter ist nicht Hindernis, sondern Mahnender. Er macht den Menschen darauf aufmerksam, daß er, will er die Schwelle übertreten, sein Denken, Fühlen und Wollen verwandeln muß. In den Mantren tritt er sprechend auf: ‹Der Hüter spricht …› — und es antworten Angeloi, Exusiai, Throne und so weiter. In späteren Stunden ‹spricht der Hüter aus der Ferne›, weil der Schüler an ihm vorbeigeschritten ist. GA 270b, Dreizehnte Stunde: ‹Der Hüter der Schwelle stellt die prüfend-mahnende Frage an uns. Die Hierarchien antworten.›
weist in die Welt der Elemente: Man werde selbst zum Tastorgan – ein ‹Finger der Gottheit›, mit dem die Gottheit auf die Erde tastet.
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‹O Mensch, ertaste …› die neunstrahlige Übung (vgl. App 9.1)

O Mensch, ertaste in deines Leibes ganzem Sein,
Wie Erdenkräfte dir im Dasein Stütze sind.
O Mensch, erlebe in deines Tastens ganzem Kreis,
Wie Wasserwesen dir im Dasein Bildner sind.
O Mensch, erfühle in deines Lebens ganzem Weben,
Wie Luftgewalten dir im Dasein Pfleger sind.
O Mensch, erdenke in deines Fühlens ganzem Strömen,
Wie Feuermächte dir im Dasein Helfer sind.
O Mensch, erschaue dich in der Elemente Reich.
(Erde – Wasser – Luft – Feuer)
O Mensch, so lasse walten in deiner Seele Tiefen
Der Wandelsterne weltenweisende
Mächte ‹Mächte› — mittlere Stufe der zweiten Hierarchie. Sprechen an das Fühlen.
mehr ‹Erfühle Geistes-Welten-Leben im Menschen-Körper-Leben.›
.
O Mensch, erwese dich durch den Weltenkreis.
O Mensch, erhalte dir in deines Geistes Schaffen
Der Ruhesterne himmelkündende Worte.
O Mensch, erschaffe dich durch die Himmelsweisheit.
234

Die Elemente und die Hierarchien – Wandelsterne, Ruhesterne

Erde ist Stütze; Wasser (im Blut, in den Gefässen) ist Bildner (in sieben Jahren werden die Organe stofflich neu aus der Blutflüssigkeit gebildet); Luft ist Pfleger (Kohlensäure-Überschuss als Angst, Sauerstoff-Überschuss als Ohnmacht); Feuer ist Helfer. Beim Denken ergreift der Mensch das Feuerelement des Kosmos: im Sommer die Feuergeister (Dynamis,
Archai ‹Urkräfte› — höchste Stufe der dritten Hierarchie. Im Mantram an das Wollen gerichtet.
mehr ‹Archai: Schaue, wie wir in deinem Wollen schauen.› Im dritten Stadium nach dem Tode arbeiten Archai, Kyriotetes und Seraphine an der Ausarbeitung des Karma: ‹Erbitte dir in ew'gen Wesentaten die Geisterlösermächte.› GA 270b, Vierzehnte Stunde.
, Seraphim), beim Aufsteigen ins Kalte die Welt der Weisheit (Cherubim,
Kyriotetes ‹Herrschaften› — höchste Stufe der zweiten Hierarchie. Sprechen an das Wollen.
mehr ‹Wolle Geistes-Welt-Geschehen im Menschen-Körper-Sein.›
). Zusammenfassung: ‹O Mensch, erschaue dich in der Elemente Reich›. Dann die Seele zu den Wandelsternen (Merkur, Mond, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn) – ‹erwese dich durch den Weltenkreis›; der Geist zu den Ruhesternen – ‹erschaffe dich durch die Himmelsweisheit›.
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‹Sieh in dir Gedankenweben …› (vgl. App 3.1–3.3)

Sieh in dir Gedankenweben:
Weltenschein erlebest du,
Selbstheitsein verbirgt sich dir;
Tauche unter in den
Schein Die Welt der Sinne, sofern sie als das Eigentliche genommen wird. Der Weg der Klasse geht aus dem ‹Reich der Illusion, im Reiche der Maja› hinüber.
mehr GA 270b, Sechzehnte Stunde.
:
Ätherwesen weht in dir;
Selbstheitsein, es soll verehren
Deines Geistes Führerwesen.
* * *
Vernimm in dir Gefühle-Strömen:
Es mengen Schein und Sein sich dir,
Die Selbstheit neigt dem Scheine sich;
So tauche unter in scheinendes Sein:
Und Welten-Seelenkräfte sind in dir;
Die Selbstheit, sie soll bedenken
Der eignen Seele Lebensmächte.
* * *
Laß walten in dir den Willens-Stoß:
Der steigt aus allem Scheineswesen
Mit Eigensein erschaffend auf;
Ihm wende zu all dein Leben:
Der ist erfüllt von Welten-Geistesmacht;
Dein Eigensein, es soll ergreifen
Weltschöpfermacht im Geistes-Ich.
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Die drei Rhythmen und das Rosenkreuz-Siegel

Dreierlei muss man verstehen. Die Gedanken sind ein Leichnam; der physische Leib ihr Sarg. Man tauche unter in den Schein und fühle dahinter die wahre Selbstheit als Göttliches – ‹Sieh in dir Gedankenweben› (trochäisch, wie vom Berge herabsteigend). Im Fühlen mengen sich Schein und Sein; man bedenke die Lebensmächte – ‹Vernimm in dir Gefühle-Strömen› (jambisch, wieder aufsteigend). Im Wollen wallt das Weltenall; man ergreife die Weltschöpfermacht – ‹Laß walten in dir den Willens-Stoß› (spondäisch, zwei betonte Silben). Steigerung verehren – bedenken – ergreifen; Führerwesen – Lebensmächte – Weltschöpfermacht. Dann Michaels Zeichen und die dreifache Haltung des Rosenkreuzes (‹Ex deo nascimur / In Christo morimur / Per spiritum sanctum reviviscimus›).

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