Mantren Erste Stunde Dornach · 1924-02-15 · GA 270a, S. 21–40

Erste Stunde

Dornach · · GA 270a, S. 21–40

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Einleitung

Meine lieben Freunde! Mit dieser Stunde möchte ich die Freie Hochschule als eine esoterische Institution wiederum zurückgeben der Aufgabe, der sie drohte in den letzten Jahren entrissen zu werden. Es wird heute in dieser einleitenden und begründenden Stunde nicht die Aufgabe sein, über dasjenige zu sprechen, was den eben geäußerten Satz näher erläutert; aber ich möchte durch das Aussprechen dieses Satzes eben auf die Bedeutung dieser Stunde doch hingewiesen haben, möchte namentlich darauf hingewiesen haben, dass der Ernst, der unserer ganzen Bewegung, die mit jedem Tage wirklich mehr gefährdet und unterminiert wird, dass der Ernst, der unserer ganzen Bewegung eigen sein muss, dass dieser Ernst insbesondere in unserer Schule zum Ausdrucke kommen muss. Und es ist dies keine unnötige Bemerkung, weil ja keineswegs überall zu bemerken war, dass man diesem Ernste nunmehr wirklich Rechnung tragen werde.
Eine Art vorbereitender Einleitung soll heute gegeben werden, meine lieben Freunde. Und da möchte ich vor allen Dingen betonen, dass innerhalb dieser Schule das Geistesleben in seiner wahren Bedeutung genommen werden soll, so dass Sie wirklich in aller Tiefe berücksichtigen sollen, dass dasjenige, was mit dieser Schule begründet ist, eine Institution darstellt, die aus dem Geiste heraus, aus dem unserer Zeit aus dem Geiste heraus sich offenbarenden Geistesleben gegeben werden kann. Es kann auf allen Gebieten dieses Geistesleben vertieft werden. Aber es muss ein Zentrum bestehen, von dem aus diese Vertiefung geschieht, und dieses Zentrum soll für diejenigen, die dieser Schule als Mitglieder angehören wollen, eben am Goetheanum in Dornach gesehen werden.
Daher möchte ich heute – mit denjenigen Mitgliedern der Schule, für die es uns bisher möglich war die Zertifikate auszustellen – diese Schule beginnen; beginnen zunächst so, dass Sie sich bewusst werden: es wird innerhalb dieser Schule jedes Wort, das gesprochen wird, so gesprochen, dass ihm zugrunde liegt die volle Verantwortlichkeit gegenüber dem in unserem Zeitalter sich offenbarenden Geiste, jenem Geiste, der sich durch die Jahrhunderte und Jahrtausende der Menschheit offenbart, aber in jedem Zeitalter auf eine besondere Weise. Und dieser Geist, er will dasjenige dem Menschen geben, was der Mensch eben nur durch den Geist finden kann.
Wir müssen uns vom Anfange an klarsein, dass es nicht eine Feindlichkeit gegenüber all dem ist, was durch die
Sinneswelt Die Welt der Sinne, sofern sie als das Eigentliche genommen wird. Der Weg der Klasse geht aus dem ‹Reich der Illusion, im Reiche der Maja› hinüber.
mehr GA 270b, Sechzehnte Stunde.
dem Menschen zukommt, wenn in einer Schule für Geisteswissenschaft auf die Offenbarungen des Geistes hingesehen wird. Wir müssen uns auch klar darüber sein, wie wir anerkennen – anerkennen in aller Tiefe –, anerkennen, dass die Welt der Sinne ihre großen, für das Leben so notwendigen Offenbarungen, notwendigen praktischen Winke dem Menschen gibt, müssen uns durch nichts veranlasst fühlen, dasjenige, was aus der Sinneswelt dem Menschen zukommt, irgendwie geringzuachten.
Aber hier kommt es darauf an, die Geistesoffenbarung als solche in allem Ernste entgegenzunehmen. Da wird – das muss ich im voraus sagen – manches Vorurteil, mancher Eigensinn, mancher Eigenwille, der heute noch tief auch in den Mitgliedern der Schule sitzt, noch fallen müssen. Und es wird erforscht werden müssen, wie man die Wege findet zu diesem seinem eigenen Eigensinn und Eigenwillen, die verhindern, richtig hinzuschauen auf dasjenige, was die Schule sein will. Denn mancher denkt heute noch nicht ernst genug über diese Schule. Und das muss allmählich geschehen. Und es ist gar nicht anders möglich, als dass nach und nach in der Schule nur diejenigen sind, die sie wirklich in allen Einzelheiten ernst nehmen.
Das fordert erstens die Sache selbst, und das fordert auf der anderen Seite der schwere Weg, den wir werden zu gehen haben den Widerständen und der Unterminierung gegenüber, die sich von allen Seiten mit jedem Tage mehr einstellen. Darauf achten auch die Mitglieder der Schule keineswegs schon in hinlänglich hohem Grade. Das alles, meine lieben Freunde, muss gebührend berücksichtigt werden.
Es wird ja dasjenige, was zunächst uns in dieser Schule vor das Seelenauge tritt, natürlich in der Hauptsache bestehen in dem Empfangen dessen, was aus dem Geiste heraus gegeben werden kann. Es wird aber auch gerade von den Mitgliedern der Schule in entsprechenden Mitteilungen gefordert werden müssen, dass sie mitgehen mit jenem schweren Wege, der gegenüber Hemmnissen und Unterminierungen zu gehen sein wird.
Ich habe mich über diese ganze Sache ja ausgesprochen in unserem Mitteilungsblatte ‹Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht› und habe da genau unterschieden zwischen der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und dieser Schule. Und es ist notwendig, dass dieser Unterschied mit aller Deutlichkeit von der Mitgliedschaft der Schule gefühlt wird und dass auch im Sinne dieses Unterschiedes gelebt wird, so dass die Schule wirklich dazu kommen kann, nur diejenigen Persönlichkeiten als ihre Mitglieder zu haben, die sich wirklich zu Repräsentanten der anthroposophischen Sache im Leben in allen Einzelheiten machen wollen. Ich spreche diese Sätze heute paradigmatisch aus, um eben auf den Ernst der Sache hinzuweisen.
Dasjenige, was gewissermaßen wie eine erste eherne Tafel über unserer Schule stehen soll, das möchte ich zuallererst nunmehr vor Ihre Herzen, vor Ihre Seelen bringen. Es wird sich darum handeln, dass wir uns wirklich ganz identifizieren mit demjenigen, was, ergründet aus dem Leben des Geistes heraus, innerhalb dieser Schule an unser Seelenohr und an unsere seelische Auffassung herankommt. Und so beginnen wir mit den Worten:
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Erstes Mantram – ‹Wo auf Erdengründen …›

Wo auf Erdengründen, Farb' an Farbe,
Sich das Leben schaffend offenbart;
Wo aus Erdenstoffen, Form an Form,
Sich das Lebenslose ausgestaltet;
Wo erfühlende Wesen, willenskräftig,
Sich am eignen Dasein freudig wärmen;
Wo du selbst, o Mensch, das Leibessein
Dir aus Erd' und Luft und Licht erwirbst:
Da betrittst du deines Eigenwesens
Tiefe, nachtbedeckte, kalte Finsternis;
Du erfragest im Dunkel der Weiten
Nimmer, wer du bist und warst und werdest.
Für dein Eigensein finstert der Tag
Sich zur Seelennacht, zum Geistesdunkel;
Und du wendest seelensorgend dich
An das Licht, das aus Finsternissen kraftet.
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Es soll uns dieses sagen, dass ja schön und herrlich und groß und erhaben die Welt ist, und unendlicher Glanz der Offenbarungen aus allem an uns heranquillt, was als Lebendiges in Blatt und Blume quellt und was unserem Auge entgegensendet Farb' an Farbe aus dem sichtbaren Weltenall; es soll uns erinnern, dass alles dasjenige Göttliches offenbart, das aus Leblosem, aus Unlebendigem im Erdenstoffe heraus in tausend und abertausend kristallenen und unkristallenen Formen zu unseren Füßen, in Wasser und Luft, in Wolken und Sternen sich offenbart; es soll uns das nahebringen, dass alles das göttlich-geistige Offenbarung ist, was sich als Tierisches in den Weiten tummelt und sich des eigenen Daseins freut und sich am eigenen Dasein wärmt. Und es soll uns ins Gedächtnis rufen, wie wir unseren eigenen Leib entnommen haben all dem, was sich da gestaltet, was Farb' an Farbe grünt und west. Aber es soll uns auch zum Bewusstsein bringen, wie in alle dem, was schön und erhaben und großartig und göttlich ist für die Sinne, vergeblich angefragt wird, was wir selber als Menschen sind.
Das Naturdasein, es mag noch so groß und gewaltig uns entgegenleuchten, entgegentönen, entgegenkraften, entgegenwärmen, das Naturdasein, es gibt uns nimmermehr, trotzdem es uns über vieles, über Ungeheures, über Göttlich-Weites Auskunft gibt, es gibt uns nimmermehr Auskunft über uns selbst. Denn wir müssen jederzeit uns sagen: Dasjenige, was wir erfühlen als unser Selbst in unserem Inneren, es ist nicht gewoben aus all dem, was uns als Schönheit und Herrlichkeit und Größe und Gewaltigkeit aus der äußeren Natur, aus dem Außermenschlichen, entgegenkraftet. Und es entsteht vor unserer Seele die Frage: Warum bleibt finster und stumm um uns jenes Wesenhafte, aus dem wir selber sind?
Und wir müssen dasjenige, was wie Entbehrung uns erscheinen könnte, wie eine Gnade erleben, erleben so, dass wir uns sagen, sagen in allem tiefsten Ernste, sagen mit aller klaren Strenge: Wir müssen eben uns erst selber zum Menschen machen, zum seelendurchwärmten, geisterstarkten Menschen machen, damit wir als Geist im Menschen finden den Geist in der Welt.
Dazu ist aber notwendig, dass wir uns bereiten, nicht mit Leichtigkeit zu kommen an jene Grenze der Sinnenwelt, an der uns die Offenbarung des Geistes aufgehen kann. Dazu ist notwendig, dass wir uns sagen: Wenn wir unvorbereitet an diese Grenze herantreten und uns sogleich das volle Licht des Geistes entgegenkommen würde, so würde, weil wir noch nicht das Geistig-Starke und das Seelen-Warme für das Empfangen des Geistes aufgerufen haben, so würde der Geist uns zerschmettern, würde uns in unsere Nichtigkeit zurückwerfen.
Daher steht an der Grenze zwischen Sinneswelt und Geisteswelt jener Götterbote, jener Geistesbote, von dem wir immer mehr und mehr in den nächsten Stunden hier hören werden, den wir immer genauer und genauer kennenlernen wollen. Es steht jener Geistesbote da, der mahnend zu uns spricht, wie wir sein sollen und was wir ablegen sollen, damit wir in der rechten Art an die Offenbarungen der Geisteswelt herantreten.
Und haben wir erst begriffen, meine lieben Freunde, dass es allem Schönen, allem Großen, allem Erhabenen der Natur gegenüber geistige Finsternis gibt, zunächst für das menschliche Erkennen, aus der heraus erst jenes Licht geboren werden muss, das uns sagt, was wir sind und waren und werden, dann müssen wir uns auch klarsein, dass als erstes aus dieser Finsternis heraus begriffen werden muss jener Geistesbote, der uns die entsprechenden Mahnungen entgegensendet. Daher lassen wir auch die Worte dieses Geistesboten in unsere Seele erklingen, und lassen wir die Charakteristik dieses Geistesboten vor unserem Seelenauge aufleuchten:
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Zweites Mantram – Der Geistesbote

Und aus Finsternissen hellet sich
– Dich im Ebenbilde offenbarend,
Doch zum Gleichnis auch dich bildend,
Ernstes Geisteswort im Weltenäther,
Deinem Herzen hörbar, kraftvoll wirkend –
Dir der Geistesbote, der allein
Dir den Weg erleuchten kann;
Vor ihm breiten sich die Sinnesfelder,
Hinter ihm, da gähnen Abgrundtiefen.
Und vor seinen finstern Geistesfeldern,
Dicht am gähnenden
Abgrund Der Spalt zwischen Sinneswelt und Geisteswelt, an dem der Hüter steht. Über ihn kann nur das geistig-seelische Wesen schreiten.
mehr Mantram ‹Wo auf Erdengründen …›: ‹Vor ihm breiten sich die Sinnesfelder, / Hinter ihm, da gähnen Abgrundtiefen.›
des Seins,
Da ertönt sein urgewaltig Schöpferwort:
Sieh, ich bin der Erkenntnis einzig Tor.
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Wir müssen uns völlig klarsein, dass wir von all dem, was kommen kann von diesem Geistesboten mahnend an unsere Seele, dass wir von all dem Kenntnis nehmen müssen – und wir werden ihn, wie gesagt, in den nächsten Stunden immer mehr und mehr kennenlernen –, dass wir von all dem Kenntnis nehmen müssen, ehe wir uns anschicken, dasjenige zu ergründen, was nicht diesseits in den Sinnesfeldern, sondern jenseits des gähnenden Abgrundes geistig sich ausbreitet, aber zunächst für Menschenerkenntnis in tiefe Finsternis getaucht ist, aus der nur heraus sich erhellt jenes Antlitz des Geistesboten, der zunächst erscheint wie ähnlich dem Menschen selber, aber ins riesengroß Gewaltige ausgebildet, dabei doch wiederum, so sehr er auch ähnelt dem Menschen, sich schattenhaft bildet, wie zum Gleichnis des Menschen bloß, der aber mahnt, dass keiner ohne den entsprechenden Ernst Einlass suchen soll in dasjenige, was jenseits des gähnenden Abgrundes ist. Zum Ernste mahnt der ernste Geistesbote.
Und dann, wenn wir dessen Stimme in gebührendem Ernste in der Seele erfassen, dann sollen wir uns bewusst sein, wie uns zunächst leise, ganz leise und in Abstraktionen, die uns nur Richtlinien geben sollen, uns die Orientierung aus der geistigen Welt über den Abgrund herüber, der vor uns gähnt, und an dem uns zurückhält, damit wir nicht einen unvorsichtigen Schritt machen, der Geistesbote, dass es da herüber tönt:
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Drittes Mantram – Das Daseinswort

Aus den Weiten der Raumeswesen,
Die im Lichte das Sein erleben,
Aus dem Schritte des Zeitenganges,
Der im Schaffen das Wirken findet,
Aus den Tiefen des Herzempfindens,
Wo im Selbst sich die Welt ergründet:
Da ertönet im Seelensprechen,
Da erleuchtet aus Geistgedanken
Das aus göttlichen Heileskräften
In den Weltengestaltungsmächten
Wellend wirkende Daseinswort:
O, du Mensch, erkenne dich selbst.
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Mit diesen Worten kann uns klarwerden, wie die Geheimnisse des Daseins ergründet werden müssen aus alle dem, was webt und west in den Raumesweiten und sich aus den Raumesweiten heraus offenbart, wie ergründet werden muss zur wirklichen Erkenntnis dasjenige, was im Schritte des Zeitenganges sich als schaffendes Wirken offenbaren kann, und wie alles dasjenige, was in den Tiefen des Menschenherzens sich als Welt offenbart, sich erschließen muss dem ehrlichen Seelensuchen. Denn all das, es kann allein die Grundlage bilden für jene Ergründung, die der Mensch braucht zur Erkenntnis, für die Ergründung des eigenen Selbstes, in das die Welt dennoch die ganze Summe ihrer Geheimnisse gelegt hat, so dass sie aus diesem Selbst heraus als menschliche
Selbsterkenntnis Der Ausgangspunkt der Klasse, gefaßt im Wort ‹O Mensch, erkenne dich selbst!› — kein Brüten ins Innere, sondern ‹ausführliches Gespräch mit Welt, Hüter und Hierarchien›.
mehr GA 270b, Zwölfte Stunde.
gefunden werden können, dass daraus gefunden werden kann alles dasjenige, was der Mensch braucht in gesunden und kranken Tagen auf seinem Daseinsweg zwischen der Geburt und dem Tode, und was er auch anwenden muss auf dem anderen Daseinsweg zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
Aber all diejenigen, die sich als Glieder dieser Schule fühlen, sie sollten sich auch klar, ganz klar darüber sein, dass alles andere, was nicht in dieser Gesinnung erworben wird, nicht wirkliche Erkenntnis ist, sondern nur äußere Scheinerkenntnis, dass alles dasjenige, was sonst als Wissenschaft gilt, als Wissenschaft gilt, das aufgenommen wird von dem Menschen, ehe er sich ein Bewusstsein erworben hat von den Mahnungen des Hüters der
Schwelle Der Übergang zwischen Sinneswelt und geistiger Welt. Vor ihr liegt der ‹Abgrund› — die Stütze des physischen Bewußtseins hört auf.
mehr Bevor der Mensch in das Reich der Erkenntnis eintritt, kommt er an einen Abgrund, der sich zunächst als Bodenloses darstellt. Man kann ihn nur übersetzen, wenn einem ‹symbolisch gesprochen Flügel wachsen› — wenn man sich vom Physischen befreit. GA 270b: ‹Dabei bemerkt der Mensch, daß er, bevor er in das Reich der Erkenntnis eintritt, an einen Abgrund kommt …›
zur geistigen Erkenntnis, dass alles das nur ein Scheinwissen ist. Es braucht nicht Scheinwissen zu bleiben. Wir verachten nicht das äußere Scheinwissen. Aber klar müssen wir uns darüber sein, dass es aus dem Stadium des Scheinwissens erst herauskommt, wenn es sich umgewandelt hat durch all dasjenige, was der Mensch wissen kann über jene Läuterung seines Wesens, über jene Metamorphosierung seines Wesens, die er sich erwirbt, wenn er versteht, was mahnend der hütende Geistesbote am gähnenden Abgrund der Erkenntnis, was mahnend der hütende Geistesbote des aus der Finsternis heraus leuchtenden Geistes dem Menschen zuzurufen hat, zuzurufen hat im Auftrage der besten Geister, der besten geistigen Bewohner der geistigen Welt.
Wer da kein Bewusstsein davon erwirbt, dass zwischen dem Aufenthalt in den Sinnesfeldern, mit denen wir leben müssen während unseres Erdendaseins zwischen der Geburt und dem Tode, dass zwischen dem Aufenthalt in den Sinnesfeldern und demjenigen, was in den Geistesfeldern ist, ein gähnender Abgrund waltet, wer darüber sich nicht ein gebührendes Bewusstsein erwirbt, kann nicht wahrhaftige, wirkliche Erkenntnis erwerben. Denn allein mit diesem Bewusstsein kann der Mensch eintreten in wahrhaftige, wirkliche Erkenntnis. Nicht hellsehend braucht er zu werden, obzwar aus wahrer Hellsichtigkeit die Erkenntnisse aus der Geisteswelt kommen, aber ein Bewusstsein muss er sich erwerben von demjenigen, was da vorhanden ist als Mahnung am gähnenden Abgrunde der Geheimnisse des Raumes, der Geheimnisse der Zeit, der Geheimnisse des Menschenherzens selber. Denn ob wir hinausgehen in die Raumesweiten, der Abgrund steht da; ob wir hinauswandeln in die Zeitenwenden, der Abgrund steht da; ob wir hineingehen in das eigene Herz, der Abgrund steht da.
Und diese drei Abgründe, sie sind nicht drei Abgründe, sie sind ein einziger Abgrund. Denn wandeln wir in die Raumesweiten hinaus so weit, bis wir, da wo die Raumesweiten sich grenzen, den Geist finden, wandeln wir in der Zeitenwende bis dahin, wo diese Zeitenwenden im Beginne der Zyklen ihren Anfang finden, wandeln wir hinein in die Tiefen des Menschenherzens, so tief, als wir nur uns selber ergründen können: diese drei Wege führen zu einem einzigen Ziele, zu einem einzigen Endorte, nicht zu drei verschiedenen Orten. Sie führen alle drei zu dem gleichen Göttlich-Geistigen, das im Urquell der Welt sprudelt, aus dem Urquell der Welt heraus alles Dasein befruchtet, ernährt, aber auch alles Dasein für den Menschen ergründen, erkennen lehrt.
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Die Hindernisse der Gegenwart

In solch ernstem Bewusstsein sollen wir uns heute in Gedanken hinstellen da, wo der ernste Geistesbote spricht, und wir sollen anhören, was er gerade aus der besonderen Beschaffenheit unserer Zeit, unserer Gegenwart, als die Hindernisse auffasst, die wir hinwegräumen müssen, um zu wahrer Geist-Erkenntnis zu kommen.
Hindernisse, meine lieben Freunde, Hindernisse der Geist-Erkenntnis gab es zu allen Zeiten. Zu allen Zeiten mussten die Menschen dies und jenes überwinden, dies und jenes ablegen unter der Mahnung des ernsten Hüters der Schwelle zur geistigen Welt. Aber jede Zeit hat wiederum ihre besonderen Hindernisse. Und dasjenige, was aus der menschlichen Erdenzivilisation herauskommt, ist zum großen Teil nicht Förderungsmittel, sondern gerade Hinderungsmittel, um in die geistige Welt hineinzukommen. Und gerade aus dem, was aus der gewöhnlichen Erdenzivilisation herauskommt, muss der Mensch eines jeden Zeitalters die besonderen Hindernisse finden, die in seine Natur aus der Zeit heraus hineinverpflanzt werden, und die er ablegen muss, bevor er den gähnenden Abgrund, von dem gesprochen worden ist, übersetzen kann.
Daher hören wir gerade über dieses den ernsten hütenden Götterboten sprechen:
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Viertes Mantram – Die drei Tiere

Doch du musst den Abgrund achten;
Sonst verschlingen seine Tiere
Dich, wenn du an mir vorübereilt'st;
Sie hat deine Weltenzeit in dir
Als
Erkenntnisfeinde Die drei inneren Hindernisse, die der Hüter im Mantram ‹Doch du mußt den Abgrund achten …› benennt: Furcht, Haß, Zweifel.
mehr GA 270a, Erste Stunde.
hingestellt.
Schau das erste Tier, den Rücken krumm,
Knochenhaft das Haupt, von dürrem Leib,
Ganz von stumpfem Blau ist seine Haut;
Deine Furcht vor Geistes-Schöpfer-Sein
Schuf das Ungetüm in deinem Willen;
Dein Erkenntnismut nur überwindet es.
Schau das zweite Tier, es zeigt die Zähne
Im verzerrten Angesicht, es lügt im Spotten,
Gelb mit grauem Einschlag ist sein Leib;
Dein Hass auf Geistes-Offenbarung
Schuf den Schwächling dir im Fühlen;
Dein Erkenntnisfeuer muss ihn zähmen.
Schau das dritte Tier, mit gespaltnem Maul,
Glasig ist sein Auge, schlaff die Haltung,
Schmutzigrot erscheint dir die Gestalt;
Dein Zweifel an Geistes-Licht-Gewalt
Schuf dir dies Gespenst in deinem Denken;
Dem Erkenntnisschaffen muss es weichen.
Erst wenn die drei von dir besiegt,
Werden Flügel deiner Seele wachsen,
Um den Abgrund zu übersetzen,
Der dich trennet vom Erkenntnisfelde,
Dem sich deine Herzenssehnsucht
Heilerstrebend weihen möchte.
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Das, meine lieben Freunde, sind die drei großen Erkenntnisfeinde der Gegenwart, des gegenwärtigen Menschen.
Der gegenwärtige Mensch hat Furcht vor des Geistes Schöpfersein. Die Furcht sitzt tief unten im Seelendasein. Und er möchte diese Furcht hinwegtäuschen. Da kleidet er seine Furcht in allerlei scheinlogische Gründe, durch die er die Offenbarung des Geistigen widerlegen möchte.
Ihr werdet hören, meine lieben Freunde, von dieser oder jener Seite gegen die Geist-Erkenntnis dies oder jenes eingewendet. Es ist zuweilen in kluge, zuweilen in schlaue, zuweilen in törichte logische Regeln gekleidet. Niemals sind aber eigentlich die logischen Regeln die Gründe, warum der eine oder der andere die Geist-Erkenntnis zurückweist. In Wahrheit ist es der Geist der Furcht, der tief unten im menschlichen Inneren ruht und arbeitet und kraftet, und der, indem er zum Kopfe heraufspukt, sich metamorphosiert als logische Gründe. Furcht ist es.
Aber seien wir uns nur klar, es genügt nicht, dass wir sagen: ich habe keine Furcht. Das kann sich natürlich jeder sagen. Wir müssen den Sitz und das Wesen dieser Furcht erst ergründen. Wir müssen uns ja sagen, dass wir herausgeboren, herauserzogen sind aus der Gegenwart, in die von ahrimanischer Seite die Furchtgeister hineingestellt worden sind, und dass wir behaftet sind mit diesen Furchtgeistern. Dadurch, dass wir uns über sie hinwegtäuschen, sind sie nicht von uns hinweg in Wirklichkeit. Und wir müssen die Mittel und Wege finden – und diese Schule wird dazu Anleitung geben –, gegenüber diesen Geistern der Furcht, die als Ungetüm in unserem Willen sitzen, Erkenntnismut zu finden. Denn nicht dasjenige, was heute vielfach die Menschen zur Erkenntnis treibt, oder wovon sie sagen, dass es sie zur Erkenntnis treibe, kann wirkliche Erkenntnis bringen, sondern allein der Mut, der innerliche seelische Mut, der da die Kräfte und Fähigkeiten ergreift, die die Wege gehen können, die zur wahren, zur echten, zur lichtvollen Geist-Erkenntnis führen.
Und das zweite Tier, das aus dem Zeitengeiste heraus sich in die Menschenseele heute einschleicht, um ein Erkenntnisfeind zu werden, dieses zweite Tier, das überall lauert, wo man hinkommt, das aus den meisten Literaturwerken der Gegenwart, aus den meisten Galerien, aus den meisten Plastiken, aus den meisten sonstigen Kunstwerken, aus allem möglichen Musikalischen heute an den Menschen herantritt, das in Schulen sein Unwesen führt, das in der Gesellschaft sein Unwesen führt, das überall da ist im Wandel der Menschen, das zweite Getier, es ist dasjenige, was, um die Furcht vor dem Geiste sich nicht zu gestehen zu brauchen, sich innerlich erregt fühlt, über das geistige Wissen zu spotten.
Dieser Spott, er äußert sich ja nicht immer, denn die Menschen bringen sich nicht zum Bewusstsein, was in ihnen ist. Aber ich möchte sagen, nur durch eine leichte, spinnwebendicke Wand ist vom Bewusstsein des Kopfes getrennt dasjenige, was im Herzen des Menschen heute überall spotten will über wirkliche Geist-Erkenntnis. Und wenn der Spott zutage tritt, so ist es nur dann, wenn eben die mehr oder weniger bewusste oder unbewusste Frechheit des gegenwärtigen Menschen die Furcht etwas zurückdrängt. Aber aufgestachelt durch innere sonderbare Kräfte ist schon im Grunde jeder Mensch heute gegen die Offenbarungen des Geistes. Und durch die allersonderbarsten Mittel offenbart sich dieses Spotten.
Und das dritte Tier, es ist die Schlaffheit des Denkens, es ist die Bequemlichkeit des Denkens, es ist jenes Denken, das aus der ganzen Welt ein Kino machen möchte, ein Kino aus dem Grunde, weil man dann nicht zu denken braucht, sondern weil alles abrollt vor einem und die Gedanken nur dem Abrollenden zu folgen brauchen. So möchte heute sogar die Wissenschaft dem äußeren Dasein mit den passiven Gedanken folgen. Der Mensch ist zu bequem, ist zu schlaff, um das Denken in Aktivität zu bringen. Es ist mit dem Denken der Menschheit heute so, wie es wäre bei einem Menschen, der irgend etwas aufheben wollte, was am Boden liegt, und sich hinstellt und die Hände an die Hosentaschen legt und glaubt, er kann das, was auf dem Boden liegt, dann aufheben. Er kann es nicht. So kann das Sein nicht ergreifen ein Denken, das die Hände an sich anlegt. Wir müssen uns rühren, wir müssen unsere Arme und Hände rühren, wenn wir etwas ergreifen wollen, wir müssen unser Denken in Aktivität, in Tätigkeit bringen, wenn wir das Geistige ergreifen wollen.
Charakteristisch spricht
der Hüter Geistige Wesenheit, die am Übergang von der Sinneswelt in die geistige Welt steht. Sie stellt prüfende Fragen — die Mantren der Klasse sind oft Frage des Hüters und Antwort der Hierarchien.
mehr Der Hüter ist nicht Hindernis, sondern Mahnender. Er macht den Menschen darauf aufmerksam, daß er, will er die Schwelle übertreten, sein Denken, Fühlen und Wollen verwandeln muß. In den Mantren tritt er sprechend auf: ‹Der Hüter spricht …› — und es antworten Angeloi, Exusiai, Throne und so weiter. In späteren Stunden ‹spricht der Hüter aus der Ferne›, weil der Schüler an ihm vorbeigeschritten ist. GA 270b, Dreizehnte Stunde: ‹Der Hüter der Schwelle stellt die prüfend-mahnende Frage an uns. Die Hierarchien antworten.›
der Schwelle von dem ersten Tier, das als Furcht in unserem Willen lauert, als von einem Tiere mit krummem Rücken und mit bis zur Knochenhaftigkeit verzerrtem Angesicht, dürrem Leib. Dieses Tier, das ein stumpfes Blau in seiner ganzen Oberfläche hat, das ist tatsächlich dasjenige, das neben dem Hüter der Schwelle für den heutigen Menschen aus dem Abgrunde heraufkommt. Und der Hüter der Schwelle macht klar dem Menschen von heute: da ist es, dieses Tier im stumpfen Blau mit krummem Rücken, mit bis zur Knochigkeit verzerrtem Angesicht, dürr. Dieses Tier ist eigentlich in dir. Und hier steigt aus dem gähnenden Abgrund, der vor dem Erkenntnisfelde liegt, dieses Tier herauf, bildet ab wie im Spiegel dasjenige, was in dir selber einer der Erkenntnisfeinde ist, derjenige Erkenntnisfeind, der in deinem Willen lauert.
Und das zweite Tier, das mit der Spottlust gegenüber der geistigen Welt heute zusammenhängt, das charakterisiert der Hüter der Schwelle in einer ähnlichen Weise. Neben dem anderen Ungetüm kommt es herauf, aber indem es in seiner ganzen Haltung die Schwächlichkeit zeigt. Schlaff ist seine Haltung. Aber mit dieser schlaffen Haltung und mit dem gräulich-gelben Leib fletscht es die Zähne im verzerrten Angesicht. Und aus diesem Fletschen der Zähne, das lachen möchte, aber im Lachen lügt, weil das Spotten ihm Lüge ist, grinst es uns als das Spiegelbild desjenigen Getiers entgegen, das in dem eigenen Fühlen lebt und uns an der Erkenntnis hindert, Feind unserer Erkenntnis ist.
Und das dritte Tier, das nicht herankommen will an den Inhalt der Welt im Geiste, es charakterisiert der Hüter der Schwelle so, dass es aus dem Abgrunde herauf als das Dritte kommt, mit gespaltenem Maul, auseinandergespalten das Maul, mit glasigem Auge; stumpf ist der Blick, weil das Denken nicht aktiv sein will, schlaff die ganze Haltung und schmutzigrot die Gestalt. Und so ist ein erlogener Zweifel, der sich ausspricht aus diesem gespaltenen Maul und der sich ausdrückt in diesem schmutzigen Rote der ganzen Gestalt, der Zweifel an des Geistes Lichtgewalt, also der dritte der Erkenntnisfeinde, die in uns lauern. Sie machen uns erdenschwer.
Und gehen wir mit ihnen der Geist-Erkenntnis entgegen, ohne die Mahnung des Hüters der Schwelle zu achten: der gähnende Abgrund ist da. Über ihn kann man nicht mit Erdenschwere hinübersetzen, nicht mit Furcht und Spott und nicht mit Zweifel. Über ihn kann man nur hinübersetzen, wenn man im Denken erfasst hat die Geistigkeit des Seins, wenn man im Fühlen erlebt hat das Seelische des Seins, wenn man im Wollen erkraftet hat das Wirkende des Seins. Dann wird Geistiges, Seelisches, Wirkendes des Seins uns zu Flügeln, die uns der Erdenschwere entheben. Dann können wir hinüber über den Abgrund.
Dreifach ist der Schritt des Vorurteils, das uns in den Abgrund wirft, wenn wir nicht Erkenntnismut, Erkenntnisfeuer, Erkenntnisschaffen uns aneignen. Dann aber, wenn wir die schaffende Erkenntnis im Denken ergreifen, wenn wir das Denken aktivieren wollen, wenn wir nicht in schlaffer Lässigkeit dem Geiste entgegengehen wollen, sondern mit innerem Herzensfeuer den Geist empfangen, und wenn wir Mut haben, um das Geistige tatsächlich als Geistiges zu erfassen, nicht es als Materielles nur im Bilde an uns herankommen zu lassen, dann wachsen uns die Flügel, die uns über den Abgrund hinüberführen, wonach doch jedes ehrlich mit sich selber lebende Menschenherz sich heute sehnt.
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Das ist dasjenige, was vor unsere Seele heute hinbringen will, meine lieben Freunde, diese Einleitung zur ersten Stunde, mit der diese Schule für Geisteswissenschaft beginnen soll.
Lassen wir zum Schlusse Anfang, Mitte und Ende des gedachten Erlebnisses mit dem Hüter noch einmal an unserer Seele vorüberziehen:
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Schlussbetrachtung – Anfang, Mitte und Ende

Wo auf Erdengründen, Farb' an Farbe,
Sich das Leben schaffend offenbart;
Wo aus Erdenstoffen, Form an Form,
Sich das Lebenslose ausgestaltet;
Wo erfühlende Wesen, willenskräftig,
Sich am eignen Dasein freudig wärmen;
Wo du selbst, o Mensch, das Leibessein
Dir aus Erd' und Luft und Licht erwirbst:
Da betrittst du deines Eigenwesens
Tiefe, nachtbedeckte, kalte Finsternis;
Du erfragest im Dunkel der Weiten
Nimmer, wer du bist und warst und werdest.
Für dein Eigensein finstert der Tag
Sich zur Seelennacht, zum Geistesdunkel;
Und du wendest seelensorgend dich
An das Licht, das aus Finsternissen kraftet.
* * *
Und aus Finsternissen hellet sich
– Dich im Ebenbilde offenbarend,
Doch zum Gleichnis auch dich bildend,
Ernstes Geisteswort im Weltenäther,
Deinem Herzen hörbar, kraftvoll wirkend –
Dir der Geistesbote, der allein
Dir den Weg erleuchten kann;
Vor ihm breiten sich die Sinnesfelder,
Hinter ihm, da gähnen Abgrundtiefen.
Und vor seinen finstern Geistesfeldern,
Dicht am gähnenden Abgrund des Seins,
Da ertönt sein urgewaltig Schöpferwort:
Sieh, ich bin der Erkenntnis einzig Tor.
* * *
Aus den Weiten der Raumeswesen,
Die im Lichte das Sein erleben,
Aus dem Schritte des Zeitenganges,
Der im Schaffen das Wirken findet,
Aus den Tiefen des Herzempfindens,
Wo im Selbst sich die Welt ergründet:
Da ertönet im Seelensprechen,
Da erleuchtet aus Geistgedanken
Das aus göttlichen Heileskräften
In den Weltengestaltungsmächten
Wellend wirkende Daseinswort:
O, du Mensch, erkenne dich selbst.
Der Hüter spricht weiter:
Doch du musst den Abgrund achten;
Sonst verschlingen seine Tiere
Dich, wenn du an mir vorübereilt'st;
Sie hat deine Weltenzeit in dir
Als Erkenntnisfeinde hingestellt.
Schau das erste Tier, den Rücken krumm,
Knochenhaft das Haupt, von dürrem Leib,
Ganz von stumpfem Blau ist seine Haut;
Deine Furcht vor Geistes-Schöpfer-Sein
Schuf das Ungetüm in deinem Willen;
Dein Erkenntnismut nur überwindet es.
Schau das zweite Tier, es zeigt die Zähne
Im verzerrten Angesicht, es lügt im Spotten,
Gelb mit grauem Einschlag ist sein Leib;
Dein Hass auf Geistes-Offenbarung
Schuf den Schwächling dir im Fühlen;
Dein Erkenntnisfeuer muss ihn zähmen.
Schau das dritte Tier, mit gespaltnem Maul,
Glasig ist sein Auge, schlaff die Haltung,
Schmutzigrot erscheint dir die Gestalt;
Dein Zweifel an Geistes-Licht-Gewalt
Schuf dir dies Gespenst in deinem Denken;
Dem Erkenntnisschaffen muss es weichen.
Erst wenn die drei von dir besiegt,
Werden Flügel deiner Seele wachsen,
Um den Abgrund zu übersetzen,
Der dich trennet vom Erkenntnisfelde,
Dem sich deine Herzenssehnsucht
Heilerstrebend weihen möchte.
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Was zu erfahren ist beim Vorüberschreiten an dem Hüter der Schwelle, was notwendig ist, fühlend, wollend, denkend zu erleben, um an dem Lichte des Hüters vorbeizukommen, hineinzuschreiten in jene Finsternisse, aus denen aber jenes Licht quillt, in dem wir das eigene Licht des eigenen menschlichen Selbstes wiedererkennen, und so zu dem ‹O Mensch, erkenne dich selbst!› gelangen, was da heraus spricht, heraus sich offenbart aus den vom Geistigen sich erleuchtenden Finsternissen, davon dann, meine lieben Freunde, am nächsten Freitag in der nächsten Stunde der Ersten Klasse.

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